Eine
Tour der Naturfreunde Maiengrün
Schneeschuh- und Skitouren Bivio
(1965m)
1. - 4. April 2004
Fuorcla Crevasalvas (2688m)
Piz d'Emmat Dadora (2851m)
Roccabella (2731m)
Piz Turba (3018m)
Alp Flix
Pkt 2390
Grap da Radons (2366m)
Die Gruppe, welche sich am Donnerstag früh um
07:15 in der Autobahnraststätte Heidiland traf, bestand aus 7
Personen. Der nächste Treffpunkt war das Hotel Grischuna in Bivio,
wo wir den achten Teilnehmer aufnahmen, um gleich nach La Veduta, dem
Start unserer ersten Tour weiter zu fahren.
Hanspeter, Regine, Käthi, Werni, Helene, Lucia, Gilbi und der
Schreibende schnallten sich entweder Schneeschuhe oder Skier unter. Das
erste Wegstück gingen wir gemeinsam. Dann folgte die
Schneeschuhgruppe mit Werni dem Verlauf des Tales zur Fuorcla
Crevasalvas, während wir in die Flanke des Piz d'Emmat Dadora
abbogen.
Von der Fuorcla Crevasalvas genossen die einen den herrlichen Blick in
die Berge des Bergells, während die andern oberhalb der Fuorcla
d'Emmat ein Skidepot errichteten um über den felsdurchsetzten Grat
den Gipfel zu erreichen. Auch hier gab es viel Sonne und eine herrliche
Aussicht.
Eine rassige Abfahrt brachte uns zurück zu unserem Treffpunkt am
kleinen, zugefrorenen See Leg Crevasalvas. Gemeinsam fahrend oder
schreitend erreichten wir La Veduta, wo wir unsern Durst stillten und
uns an der ersten gelungenen Tour freuten.
Am nächsten Morgen waren wir nur zu zweit mit Skiern. Werni
marschierte mit seiner 6er Gruppe Richtung Roccabella durch das Val
Tgavretga. Etwas früher waren Gilbi und ich durch das gleiche Tal
unterwegs zum Piz Turba. Sturm am Gipfelgrat und nur wenig Sicht waren
die Highlights. Die Abfahrt versöhnte uns mit herrlichen
Ski-Hängen voll Pulver oder gutem Sulz. Oberhalb Cadval warteten
wir an der Sonne (aber mit etwas viel Wind) auf die Bezwinger des
Roccabella - trotz heiklen Stellen am Grat. Gemeinsam kehrten wir nach
Bivio zurück.
Jeden Abend wurden wir mit einem 5-Gang Menü bestens verpflegt.
Das Frühstück war reichhaltig - speziell muss wohl das Brot
hervorgehoben werden - sodass wir derweil gestärkt eine neue Tour
in Angriff nehmen konnten. Helene und Hanspeter hatten jeweils die
schwierige Wahl zwischen einer Schneeschuhtour von Werni oder einer
Skitour. Für den Freitag entschieden sich beide für die Skier.
So starteten wir also am Samstag zu viert, um aus dem gemäss
Wetterbericht eher schlechten Tag etwas zu machen. Wir erklommen von
Bivio aus die Flanke des Piz Neir, um etwas oberhalb 2100m via Murter
gegen das Val da Natons abzubiegen. Unser "Gipfel" dieses Tages war
eine
kleine Kuppe von 2390m. Es folgte eine kurze Abfahrt ins Val da Natons
(führt nach Marmorera) mit einem Gegenanstieg zum Kanonensattel.
Das tönt ziemlich einfach. Im dichten Nebel war die Sache doch
ganz anspruchsvoll und ohne Hilfe von Kompass, Höhenmesser und
Karte wohl hoffnungslos. Schlussendlich tauchten nach Stunden aus dem
Nebel die Häuser der Alp Flix auf - das war erlösend.
Werni und seine Frauschaft war inzwischen von Sur auf die Alp Flix
aufgestiegen. Nach einer Stärkung im Restaurant war auch diese
Gruppe im Nebel unterwegs und benötigte den Kompass, um sich im
endlosen Weiss zu orientieren. Beide Gruppen trafen innerhalb von 5
Minuten im Restaurant in Sur ein (das soll mal einer so präzise
planen!) und erzählten von ihren erlebten Abenteuern im Nebel.
Am Sonntag starteten wir gemeinsam vom Hotel Grischuna in Bivio zu
einer hübschen Abschlusstour auf den Grap da Radons. Die Aussicht
war herrlich, Piz Ela und Corn da Tinizong so nahe und das
Gipfelplateau unglaublich weiss und unberührt. Einzig der Wind
trübte die Freude etwas. Nach dem Lied Alpino suchten wir einen
etwas windstilleren Platz in der Flanke um uns zu stärken.
Regine's Sitzpolster wurde "vom Winde verweht", konnte jedoch
später im Tal wieder geortet und geborgen werden. Ein paar
Erlenstauden wurden problemlos überwunden.
... dann waren die Tourentage in Bivio auch schon vorbei. Wir sahen
schöne Landschaften, Gipfel und Täler. Beobachteten Hirsche,
Rehe, Gämsen, Steinböcke und Schneehühner. Die Stimmung
war gut und wir hatten viel zu Lachen - alles in allem eine gelungene
Sache.
Herzlichen Dank an alle - und auf ein andermal!
Markus Widmer